Die Queck Mühle

In ganz Feldatal gibt es noch zwei funktionstüchtige Mühlen. Die Faust Mühle und die Queck Mühle. Beide sind in dem kleinen Ortsteil Zeilbach gelegen und befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft.

Interessant ist vor allem die Faust Mühle. Nachdem die Mühle bereits über mehrere Jahre still gestanden hatte, engagierte sich hier die Kirchengemeinde Groß-Felda, um das Mühlrad wieder zum Leben zu erwecken. Gemeinsam mit Richard Liehr wurde die rund 400 Jahre alte Mühle wieder restauriert und ist nun wieder voll funktionstüchtig. Das Gegenstück zu der Faust Mühle ist die Queck Mühle. Die Queck Mühle wird heute zwar nicht mehr im große Sinne benutzt, aber für den eigenen Gebrauch und für Freunde und Bekannte stellt der Besitzer Hubert Völzing immer noch eigenes Mehl her.

Was Hubert Völzing dabei besonders reizt ist der Weg vom eigenen Getreide, das er auf seinen Feldern anbaut bis hin zum fertigen Brot. Völzing stellt nämlich nicht nur sein eigenen Mehl her, viel mehr ist in der Mühle auch ein eigener Steinbackofen vorhanden, in dem der Müller sein eigenes Brot bäckt.

Im Gegensatz zu der Faust Mühle sieht es bei Hubert Völzing etwas moderner aus. Das Wasserrad wurde bereits vor rund 25 Jahren durch einen Turbinenantrieb ersetzt, der für die ideale Kraftübertragung sorgt. Bis dahin wurde die Mühle noch durch ein oberschächtiges Wasserrad angetrieben. Ein weiterer Vorteil sei, so Völzing, die Mühle könne durch die Turbinen ihren eigenen Strom produzieren. Auch besitzt die Mühle noch ein voll funktionstüchtiges Innenleben, so Hubert Völzing, der Krankenpfleger ist, stolz.

Dadurch daß die Mühle bis vor kurzen noch genutzt wurde, um für die Bevölkerung Mehl herzustelle, habe sein Vater Karl Völzing die Mühle regelmäßig auf den neusten Stand gebracht. Der Mahlstuhl, das Herzstück der Mühle stamme so aus dem Jahre 1952. Für Hubert Völzing ist es wichtig, daß die Mühle auch weiterhin funktionstüchtig erhalten bleibt. Die Tradition muß gewahrt werden und auch die Nachwelt muß sehen können, wie die Vorfahren ihr Mehl hergestellt haben. Auch dürfe man nicht vergessen, daß die Mühlen die moderne industrielle Produktion eingeleitet hätten.

Vor rund 150 Jahren seien die Mühlen, wie sie heute noch existieren entstanden. Vorher sei noch mit Mühlsteinen gearbeitet worden. Sein Vater Karl Völzing freut sich darüber, daß sein Sohn sich so für die Mühle einsetzt und sie erhält. Bedauerlich findet Karl Völzing es nur, daß die Mühle heute nicht mehr rentabel laufen könne. „Es fehlen einfach die Kunden“, stellte Karl Völzing fest. Während die Leute früher noch selber gebacken hätten und so Mehl benötigt hätten, werde das Brot heute von den Bäckern gekauft und die stellen sich in der Regel ein Mehlsilo auf den Hof, klagt Karl Völzing. Über das Alter der Queckmühle kann nur gerätselt werden In den Aufzeichnungen der Gemeinde wird die Mühle zum ersten mal im Jahre 1604 erwähnt. Aus den Kirchenbüchern Ober-Ohmen geht allerdings hervor, daß die Mühle bereits 1555 in Betrieb war. Auch am Schmiedefest will Hubert Völzing die Mühle laufen lassen.

Die Gäste des Schmiedefestes werden so die einmalige Gelegenheit haben, den Tönen einer funktionierenden Mühle zu lauschen und den Weg vom Getreide bis hin zum Brot zu verfolgen. Damit die Besucher die alte Mühle auch „begreifen“ sollen sie sich etwas Zeit zum Besichtigen nehmen, so Völzing. Gerade die Geräusche, die knarrenden Zahnräder und die Antriebsriemen seien es, die das Leben einer Mühle ausmache und jede Mühle zu einem Unikat mache. Die Abfahrt zur Mühlenbesichtigung erfolgt am Samstag und am Sonntag vom Hof der Gemeindeverwaltung aus.

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