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Vollbesetztes Gotteshaus zur Biblischen Weinprobe
Die voll besetzte Kirche, die positiven Kritiken nach der der „Biblischen Weinprobe“ am vergangenen Samstag, bestätigten die
Auffassung des Ev. Posaunenchores diesen Event unbedingt nach 2009 erneut anzubieten. Es war schon eine außergewöhnliche
Veranstaltung, damals zum 50. Chorjubiläum. Auf dem Programm stand „Biblische Weinprobe“, wobei sicherlich die Wenigsten
vorher wussten, was an diesem Abend in der Groß-Feldaer Kirche auf sie zukommen würde. Das war in diesem Jahr schon etwas
anders. Es hatte sich in der Bevölkerung herumgesprochen, was da geboten wurde und so waren neben den „alten Hasen“ auch
etliche „Neue“ bei der Veranstaltung anzutreffen. Versprochen hatte der Veranstalter einen Genuss für den Gaumen, die Nase
und für die Ohren und die Gäste wurden nicht enttäuscht. Grundgedanke bei der „Biblischen Weinprobe“ ist biblische Texte zum
Thema Wein mit einem genussreichen Ereignis zu verknüpfen und dabei alle Sinne mit einzubeziehen.
Nach der Eröffnungsmusik des Posaunenchores, einer „Intrada“ von Pietro Torri, übernahm Chorleiter Herbert Schott die
Begrüßung. Schott betonte dass etwa 500 Mal in der Bibel von Wein und Reben die Rede sei. Für das Volk Israel war der Wein ein
Geschenk Gottes. Sinnbild für Leben, Wohlstand und Wohlergehen-aber auch ein mit Gefahr betrachteter Segen. Bei soll viel
Bezug zur Heiligen Schrift, so Schott weite, ist dies ein guter Grund sich heute Abend erneut diesem Thema anzunehmen. Für den
Gaumen und für die Nase zeichnete das Weingut Reinhard Bretz Erben aus Lonsheim in Rheinhessen verantwortlich, deren
Mannschaft er besonders begrüßte. Ein weiterer Gruß galt dem Jubiläumschor aus der Nachbargemeinde Helpershain unter der
Leitung von Horst Georg. Die Sängerinnen werden neben dem den Bläsern für die musikalische Umrahmung Sorgen und so für die
Ohren zuständig sein. Mit dem Bibelvers aus Prediger 9, Vers 7 „Geh hin, iß dein Brot mit Freude und trink deinen Wein mit frohen
Herzen, den Gott hat längst seinen Gefallen daran“ gab er den Start frei für die 2. Biblische Weinprobe in Groß-Felda.

Der Jubiläumschor aus Helpershain sang das erste Lied „Komm herein“ von Clemens Bittlinger, dessen Schaffen und Wirken
Chorleiter Horst Georg den Gästen erläuterte. Iris Bretz von der Winzerfamilie Bretz Erben, stellte nun kurz das Weingut selbst vor
und präsentierte mit dem Heimersheimer Sonnenberg, einem trocken Silvaner, den ersten Wein. 
In der folgenden ersten Lesung beschäftigte sich Chorleiter Herbert Schott mit dem „Thema Zeittafeln des Weinbaues“. Er
wies dabei auf frühe Funde von Traubenkernen in der Türkei, im Libanon, in Jordanien und in Syrien hin, die als Beweise, bzw. Indizien für das Vorhandensein einer Weinerzeugung gelten.
Etwa 5000 vor Christus begann der Mensch damit die Reben zu kultivieren, was durch Funde in Georgien belegt sei. In Mesopotamien fanden sich bei Ausgrabungen in den Städten
Kisch und Ur Zeugnisse einer Weinkultur aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend. In Assyrien, der bedeutendsten Weltmacht des Altertums, fand man im Tontafelarchiv des Königs
Assurbanipal (668 bis 629 vor Chr.) zum Beispiel auch eine Liste der besten Weinsorten. Weiter ging er auf Funde und Hinweise aus Israel und Ägypten ein. Es folgte ein weiteres Lied des Chores
aus Helpershain, „So soll es sein“, wo ebenfalls der Text und die Musik aus der Feder von Clemens Bittlinger stammte. Danach
verkostete man einen „Lonsheimer Mandelberg, Riesling trocken“, wobei wie bei jeder weiteren Probe die Erläuterungen zur
Sorte und Lage von Ines Bretz erfolgte. Auch hatte sie immer wieder einen lockeren Spruchmit besonderen Weisheiten zum Wein
parat, der bei den Gästen zur Erheiterung beitrug. Daniel Roth hatte bei der zweiten Lesung „Wein als Medizin“ zum Thema. In
Lukas 10, Verse 33 und 34 in der Geschichte vom barmherzigen Samariter wurde davon berichtet, dass dieser Öl und Wein auf die
Wunden goss und diese dann verband. Paulus empfiehlt dem Timotheus nicht nur mehr Wasser zu trinken, sondern er sagte: „Nimm ein wenig Wein dazu um des Magens Willen und weil du oft krank bist“. Ein weiteres Thema war Wein mit Wasser zu
vermischen (2. Buch der Makkabäer, Kapitel 15, Vers 40) und so entstand schon damals die heute oft getrunkene Weinschorle. Danach gab es einen Genuss für die Ohren, denn der Pos. Chor
spielte „Corrente III“ von Antonio Vivaldi. Der Gaumen wurde von einem“ Bernsheimer Klosterberg, Dornfelder trocken“ verwöhnt und Angelika Wahl berichtete in der dritten Lesung von
der Hochzeit zu Kanaa, aus dem Johannes Evangelium Kapitel 2, Verse 1-11, wo Jesus Wasser zu Wein verwandelte. In ihrer Interpretation dieses Textes bezogen auf die heutige Zeit, stellte
sie die Frage „Ohne Wein kein Fest?“ in den Mittelpunkt. Die Stimmung beim Publikum nahm langsam zu. Die Weine wurden lieblicher, die Musik beschwingter und auch die Wangen der
Gäste bekamen langsam Farbe. Passend zu den thematischen Inhalten sang der Chor die beiden Lieder „Wasser“ und „Ich bin der Weinstock“ ebenfalls von Clemens Bittlinger. Man probierte
mit dem „Schnaggeler“ einen Rheinhessischen Rotling. Der Posaunenchor spielte „Gabriellas Song“ von Stefan Dan Nilson“
und Uli Leidner nahm sich in der vierten Lesung dem durchaus kritischen Thema „Alkohol und die Bibel“ an. Einerseits empfiehlt
die Bibel an vielen Stellen Wein zu trinken, andererseits warnt sie aber auch vor allzu übermäßigem Weinkonsum und seinen
Folgen. In Psalm 104, in den Versen 14 und 15 wird vom Wein als Gabe Gottes berichtet. Jede Gabe Gottes, also auch der Wein,
kann natürlich auch missbraucht werden. Mit Noah wird erstmals im1. Moses Kapitel 9 in den Versen 20-25 von einem Menschen
berichtet der völlig betrunken war. Alkoholmissbrauch entblößt regelrecht in der unterschiedlichsten Weise. So auch in den
Sprüchen 23, Verse 29-35, wo unter anderem darauf hingewiesen wird: „Lass dich nicht vom Wein verführen! Er funkelt so rot im
Becher und gleitet so angenehm durch die Kehle; aber dann wird dir schwindelig, als hätte dich eine giftige Schlange gebissen. Du
siehst Dinge, die es gar nicht gibt und redest dummes Zeug.“ Als nächstes wurde eine 2010er „Sommerlaune“ verkostet. Es folgte
die fünfte Lesung überschrieben als „Lebens-Perspektive“ von Alwin Werth. Er machte sich Gedanken über die reich gedeckten
langen Tafeln an denen Familien und Freunde bei besonderen Festen zusammenkommen und wo Essen und Trinken, natürlich mit
hochkarätigen Lebensmitteln, dazu gehört. Er leitete über zu dem Mahl, welches Jesus am Vorabend des jüdischen Passahfestes
und seiner Kreuzigung mit seinen Jüngern hielt. Kulinarisch betrachtet nimmt sich das Abendmahl mit Brot und Wein eher
bescheiden aus. Kein Vergleich mit den Discounter-Angeboten vor unseren gegenwärtigen Festen. Der Posaunenchor spielte dann
das „Largo“ aus der 9. Symphonie von A. Dorak. Als Zugabe hatte das Weingut aus Lonsheim einen „Lonsheimer Mandelberg,
Kerner Spätlese“ mitgebracht, welche die vorhergegangenen Weine in ihrer Süße und außergewöhnlichem Geschmack übertraf.
Der Helpershainer Jubiläumschor sang danach noch das „Vater unser“ von Hanne Haller und „Sei behütet“ von Clemens Bittlinger
und die Neuauflage der „Biblischen Weinprobe“ neigte sich langsam dem Ende zu. Herbert Schott stellte in seinem Schlusswort
fest, dass es wohl die richtige Entscheidung war und die stehenden Ovationen des Publikums bestätigten ihn in dieser Aussage.
Mit den Irischen Segenswünschen, gespielt vom Pos. Chor, wollte man eigentlich die Gäste in den Abend und in den Sonntag
geleiten, aber eine lautstark geforderte Zugabe verlangte nochmals von den Bläsern das Stück „Gabriellas Song.“ Anschließend war
das benachbarte Gemeindezentrum noch Treffpunkt für alle, die vom Wein und der Geselligkeit noch nicht genug hatten.
Das Programm
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